Pumpen Sie das Boot erst
nach der vollendeten Montage auf! Jedes aufblasbare Boot hat immer
einige Stellen wie einen Mehrkammern-Schlauch, einen aufblasbaren
Boden (Luftboden), einen aufblasbaren Kiel. Die Reihenfolge, in der
man es aufpumpt, ist sehr wichtig:
- Boote mit Holzböden und aufblasbarem Kiel: zuerst Mehrkammern-Schlauch, dann Kiel
- Boote mit Luftboden und aufblasbarem Kiel: zuerst Mehrkammern-Schlauch, dann Luftboden, dann Kiel
Der Schlauch beinhaltet immer einige Kammern, von flexiblen Zwischenwänden
geteilt. Die Reihenfolge des Aufpumpens der Kammern ist wichtig: Vom Heck zum Bug.
Hier die Anleitung zum Aufpumpen eines 3, 4 und 5-Kammern-Schlauches:
Wichtig!
Die Kammern nur bis 90 %
des Nenndrucks aufpumpen, die letzte Kammer - die
Vordere - bis zum Nenndruck! Wegen den elastischen Teilungen des
Schlauches bringt das Aufpumpen der letzten vorderen Kammer
bis zum Nenndruck alle Kammern zu einer mittleren, lockeren
Beschaffenheit. Der Nenndruck aller Kammern hebt sich automatisch, wenn
man die letzte Kammer aufpumpt
Schließen Sie alle Ventile
sorgfältig! Ohne geschlossene Pfropfen werden die
Ventile Druck nicht lange halten können.
DIE RICHTIGE BALANCE
Balance- und Platzorganisation in
einem Bootcockpit ist ein wichtiger Punkt bei aufblasbaren
Booten. Das Gewicht eines Motors, ein Steuermann, Passagiere, ein
Treibstofftank und Gepäck wiegt viel mehr als das Boot selbst wiegt.
Was muss man also für eine
gute Balance tun?
Verteilen Sie am
besten die Ladung gleichmäßig entlang des Bootes
Vermeiden Sie die
Ansammlung an Ladung im Heck
Der Motor - ist am Heck befestigt und hat dort seinen festen
Platz.
Der Steuermann - Im Falle eines Motors mit Pinne sitzt
der Steuermann meistens am Heck. Das ist nicht optimal für die
Balance. Die beste Lösung ist eine Steuerkonsole mit einer
Fernbedienung zu benutzen, die in der Mitte oder näher zum Bug
installiert werden kann. Wenn das nicht möglich ist, dann können
verschiedene Arten der Pinnenverlängerung benutzt werden.
Der Treibstofftank - Einige Motortypen haben einen speziellen
Platz für die Tankinstallation. Häufig ist sie aber auch
abhängig vom individuellen Geschmacksempfinden. Die beste
Möglichkeit, das Gewicht im Heckbereich zu kompensieren, ist
den Treibstofftank im Bugbereich zu platzieren. Das ist
besonders hilfreich, wenn man das leere Boot bei vollem Tank fährt.
Natürlich ist das bei einem leeren Tank nicht nötig.
Die Passagiere - sollten sich gleichmäßig im Cockpit verteilen.
Das Gepäck - sollten Sie nur im Bugbereich verstauen (vergessen Sie
nicht eine Abdeckung mitzunehmen, um Ihr Gepäck vor der Gischt
zu schützen!).
CHECKLISTE
Es ist viel besser ein mögliches Problem an der Küste zu
erkennen, als während der Fahrt!
Darum ist die letzte
Überprüfung vor dem Start sehr wichtig:
1. Das Wetter:
- Es gibt keine Sturmwarnung und die Wettervorhersage ist positiv.
- Wind und Wellen sind nicht zu stark für Sie.
2. Die Passagiere:
- Fragen Sie Ihre Passagiere, ob jemand nicht schwimmen kann.
- Alle Passagiere sollten ungefähr wissen, wie das Boot zu steuern
ist, und mindestens ein Passagier sollte es gut können.
- Jeder trägt eine Schwimmweste.
- Jeder trägt korrekte Kleidung zum Bootfahren und passend zu
den Wetterbedingungen. Auf dem Wasser ist es immer kühler als an
der Küste.
3. Das Gepäck:
- Das Gepäck ist gut verschlossen und im Cockpit befestigt. Nehmen
Sie evtl. eine Abdeckung gegen die Gischt oder gegen Regen mit.
- Das Gepäck darf die Passagiere nicht behindern.
4. Das Boot:
- Der Druck im Auftriebsschlauch und anderen aufblasbaren Teilen
ist der Nenndruck und alle Ventile sind mit Kappen verschlossen
- Das Boot hat keine Defekte oder Schäden besonders im Heckbereich.
- Paddel, eine Pumpe und Reparaturkit befinden sich an Bord.
5. Der Motor:
- Die Motorklampen sind gut festgezogen und der Motor ist
am Heckspiegel befestigt - Sie haben
2 Motorstop-Schalterschleifen mit dabei (eines als
Ersatzteil).
- Der Motor ist gut gewartet und Öl ist
im Untersetzungsgetriebe.
6. Der Treibstoff:
- Der Treibstoff- sowie der Öltank ist gefüllt.
Vorsicht! Wenn Sie sich weit von der Küste entfernen, muss die
Treibstoffmenge für die doppelte Distanz reichen, um im Notfall umkehren
zu können. Wenn das Tankvolumen nicht groß genug ist, nehmen Sie
mehrere Ersatzkanister mit.
- Alle Tankbehälter sind sicher im Cockpit befestigt.
- Treibstofftank, -schläuche, -pumpe und Verbindungen sind
in gutem Zustand ohne Treibstoffleck.
7. Die Papiere / Dokumente:
- Mitzunehmen sind
der Bootsführerschein, die Bootspapiere und evtl. eine Karte der Region
in der Sie fahren.
Dann kann es los gehen
!
GLEITFÄHIGKEIT
Wenn man über aufblasbare Boote spricht, ist es
wichtig, auch über Aquaplaning und den Aufbäumeffekt zu
reden. Dazu muss man wissen, wie sich das Boot auf dem Wasser
bewegt
Es gibt 3 typische
Phasen der Bootsbewegung: die Deplacement Phase (DISPLACEMENT STAGE), die
Übergangsphase (TRANSIENT STAGE)
und die Gleitphase (PLANNING STAGE).
Die Deplacement Phase (DISPLACEMENT STAGE): In dieser
Phase gleitet das Boot nur aufgrund der Auftriebskraft als
Resultat der Wasserverdrängung. In dieser Phase bewegt sich das
Boot langsam. Der Wasserwiderstand ist ziemlich gering.
Die Übergangsphase (TRANSIENT STAGE): Diese Phase
ist die Zwischenphase. Sie ist vergleichbar mit dem Start eines
Flugzeugs. Um diese Phase zu passieren muss man meistens komplett
Vollgas geben. Mit einem starken Motor startet das Boot
schneller, der Bug hebt sich, der Wasserwiderstand wächst
zeitgleich auf ein Maximum, der Winkel in dem sich der Bug
aufbäumt, ist am höchsten (diesen Effekt nennt man “Aufbäumen”). Es
sieht nahezu aus, als ob das Boot aus dem Wasser herausspringt, dann beginnt
es sehr schnell und leicht zu gleiten.
Die Gleitphase (PLANNING STAGE): In
dieser Phase gleitet das Boot dank der hydrodynamischen
Auftriebskraft, durch den Kontakt vom Wasser mit dem bewegten
Bootsboden. Der Wasserwiderstand ist sehr gering und es werden
Höchstgeschwindigkeiten erreicht.
In der Illustration zeigt
das erste Bild, welche Motorkraft nötig ist, um Geschwindigkeit zu
halten. Man kann klar einen Widerstandsanstieg sehen. Nach dem
Erreichen des Maximums gleitet es und braucht weniger Kraft, um die
Geschwindigkeit zu halten. Das Boot benötigt also mehr Kraft
für die Geschwindigkeit 10 km/h als für 15 km/h. In
der Deplacement- und der Übergangsphase ist der Kontakt zwischen
Boot und Wasser größer als beim Gleiten, was einen höheren Widerstand
bedeutet, für den das Boot mehr Kraft benötigt.
Es gibt 2 Kurven: die blaue Kurve zeigt ein Boot mit einer
guten Balance, die rote Kurve ein Boot mit einer schlechteren
Balance.
Das zweite Bild zeigt die
Änderung des Winkels. Dir rote Kurve zeigt ein Boot mit einer schlechten
Balance. Die blaue Kurve ein Boot mit einer guten Balance.
Der "Aufbäumeffekt" ist hier sehr deutlich. Er ist typisch für
alle flachen Boote und ziemlich gefährlich. In diesem Moment ist
das Risiko eines Überschlags am höchsten.
Ein Fehler, der diesen Effekt begünstigt, ist falsche Beladung, also
eine Gewichtskonzentration am Heck.
WIE TRIMME ICH MEINEN MOTOR RICHTIG ?
Jedes Boot ist sehr sensibel in Bezug auf den Winkel
der trimmgesteuerten Motorwelle. Wenn der Winkel falsch ist,
verringert sich die Leistung oder macht das Boot unsicher. Durch eine
Trimmänderung erreicht man die optimale Position für den Motor.
Wenn der Motor zu niedrig
befestigt ist, senkt sich der Bugbereich und es entsteht viel Gischt
Wenn der Motor zu hoch
befestigt ist, hebt sich der
Bugbereich, der Bootsrumpf fängt an, den Kontakt mit dem
Wasser zu verlieren, büßt Stabilität ein und erhöht so das
Risiko eines Überschlages. Der Propeller kommt in die Luft.
Die optimale Trimmlage ist
erreicht, wenn das Boot gerade, schnell und mit gutem Wasserkontakt
fährt, bei vertikaler Motorwelle
LUFTFASSEN DES PROPELLERS, KAVITATIONSEFFEKT
Das Luftfassen des Propellers, oft fälschlich
als Kavitation bezeichnet, bedeutet, dass der Propeller Luft
nimmt und das Moto- RPM schnell über den Grenzwert steigt. Man
kennt das typische Geräusch des aufheulenden Motors, wenn man zum
Beispiel sehr scharfe Kurven fährt. Das Luftfassen ist sehr schädlich für den
Motor.
Hier einige Gründe, die das Luftfassen hervorrufen oder begünstigen:
Grund
Was man tun kann
Falscher
Heckspiegel / Motorwellenlänge oder Installation.
Überprüfen Sie, ob
der tiefste Bodenpunkt (am nächsten zur Motorwelle) mindestens
25-50 mm (1'-2') höher ist als die Oberfläche
der Motor Anti-Kavitation Platte. Wenn es weniger
is, bauen Sie den Motor tiefer oder verwenden Sie einen Motor
mit einer längeren Welle. Grundsätzlich gilt: Je tiefer, desto
besser.
Falscher Trimmwinkel: Die
Motorwelle hebt sich zu sehr.
Den Motor tiefer
installieren, Trimm oder justierbaren Aufhalter benutzen.
Faltbare Boote: der Boden
ist nicht fest genug.
Wenn der Boden durchhängt ändert
das die Wasserbewegung im Heck und begünstigt das Luftfassen.
Abhilfe schafft, den Auftriebsschlauch und den
aufblasbaren Kiel bis zum Nenndruck aufzupumpen und zu überprüfen
ob die Bodenlatten fest sitzen.
Falsche Bootbalance -
zuviel Last im Bugbereich
Lasten besser verteilen.
Aufgewühltes Wasser
Langsamer Fahren und die
Bootsbalance vorsichtig rückwärts verlagern. Nicht schneller
werden.
WIE VERTRÄUE ICH MEIN BOOT RICHTIG ?
Natürlich können Sie einfach die Leine
am Bugring festmachen. Wenn Sei aber einmal auf einer längeren Reise auf
offenem Meer sind, wird das richtige Vertäuen wichtig.
Einfaches Vertäuen. Von allen möglichen
Varianten ist diese die schlechteste und ist nur geeignet
für sehr langsame Geschwindigkeiten (bis 5km/h) in ruhigem
Gewässer und auf kurze Distanz mit gutem Überblick. Durch eine
schnelle Bewegung kann das Boot seine Stabilität verlieren und zu
schlingern anfangen. Leinenringe können kaputt gehen oder das Boot kann
sich überschlagen.
Schlaues Vertäuen. In diesem Fall ist ein
Tau mit einem Boot über eine Öse verbunden und die
Leine, die an zwei seitlichen Ringen befestigt ist und bewegt
sich in der Öse frei, wie in einem Hahnepot. Diese Art
des Vertäuens schließt jede Schlingermöglichkeit aus man kann das
Boot auch bei hoher Geschwindigkeit ziehen.
Sehr sicheres Vertäuen (auch
bei stürmischem Wetter). Wir empfehlen diese Art des Vertäuens
für lange Distanzen auf offenem Meer. Nach dieser
Methode werden die Enden einer Hahnepot-Leine einmal herum
geführt, gehen zum Boden, und sind direkt am Heckspiegel
festgemacht. Das ist die haltbarste und sicherste Methode ein
Boot zu vertäuen
Wenn Sie ein anderes Boot
ziehen müssen:
Befestigen Sie die Hahnepot-Öse am Heckspiegel und verbinden Sie es
mit dem Hauptzugseil. Diese Verbindung ist sehr stabil auch bei
Richtungsänderungen.
WIE ANKERE ICH RICHTIG ?
Die Schlauchboote sind wegen ihres geringen Gewichts
leichter zu ankern als konventionelle. Für effektives Ankern brauchen Sie
einige Dinge: Anker, Stahlkette, mehrere Schäkel und eine Ankerleine.
Ankertyp: Es gibt viele
Ankertypen auf dem Markt und alle sind eigentlich gut. Wählen
Sie für ein Schlauchboot den Typ ohne scharfe Kanten, um Schäden
zu vermeiden.
Ankergewicht:Bei einem Boot bis zu 6 m
(20') Länge und mit einem Gesamtgewicht bis 1000 kg
(2200 lbs) kann man mit einer einfachen Formel das
Ankergewicht berechnen.
Boote bis 3.0 m
Länge = 4-5% des Boot Gesamtgewichts.
Boote von 3.0
m bis 6.0 m Länge = Ca. 3 % des Boot Gesamtgewichts.
Boote über 6.0
m Länge = 1-2% des Boot Gesamtgewichts. Wenn Sie zweifeln -
wählen Sie den schwereren.
Kette: Nimmt man 1.5-2
Meter geeignete Kette sieht man den Unterschied: es erhöht
die Effektivität bis zu 1.5-2 x mehr.
Ankerleine: Benötigt wird
eine starke lange Leine. Wenn Sie wollen, dass der Anker fest am
Platz liegt, sollte die Länge der Leine 10 x länger sein als die Tiefe
unter dem Boot
Wenn man bei schlechtem Wetter
ankert (aufgewühltes Wasser mit starkem Wind) oder wenn Sie
Ihr Boot in einer Position halten müssen, ist es am Besten Sie
benutzen 2 Anker.
WIE HEBE ICH MEIN BOOT RICHTIG ?
Besser sollte es heißen " Wie vermeide ich es mein
Boot zu beschädigen oder Menschen zu gefährden, wenn es gehoben
wird." Hier einige Ratschläge um das Boot korrekt und sicher zu heben
und typische Fehler zu vermeiden:
Niemals das Boot mit
Passagieren heben.
Niemals das Boot bei
laufendem Motor heben.
Niemals das Boot heben,
wenn sich Menschen im Wasser nahe des Bootes befinden
Die maximale Ladekapazität
Ihres Hebesystems sollte größer sein als das Bootsgewicht.
Benutzen Sie nur die zum Heben
vorgesehenen Ösen: Hebeösen am Heckspiegel, Hebeösen
am Festrumpf, installierte Ösen am Auftriebsschlauch.
Wenn Ihr Boot keine hat, bauen Sie vor dem Fahren welche ein.
Niemals
die Vertäuungsösen zum Heben nutzen
Nautikpro GmbH
Verkauf: +49/(0)6236/399551
(Mo-Fr von 10:00 bis 18:00 Uhr)
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